Behandlung von Tinnitus
Bei chronischem Tinnitus ist eine dauerhafte Heilung mit Ausschaltung des Tinnitus nur selten möglich. Weder Medikamente noch alternative Heilverfahren, wie etwa Akupunktur, vermögen hier das Ohrgeräusch zu beseitigen. Betroffene müssen daher in der Regel lernen, mit den störenden Ohrgeräuschen möglichst gut zu leben. Dabei kann eine Tinnitus-Retraining-Therapie oder ein Rauschgerät helfen. Bei Verminderung der Hörfähigkeit ist außerdem in der Regel ein Hörgerät sehr wichtig. Oft leiden Betroffene auch unter leichten bis mittelschweren Depressionen und Angststörungen, so das auch diese vehandelt werden müssen.
Bei chronischem Tinnitus können als Therapien unter anderem zum Einsatz kommen:
- Sauerstofftherapie
Eine mögliche Therapie ist die einer hyperbaren Sauerstofftherapie. In einer speziell dafür eingerichteten Druckkammer atmet der Betroffene über eine Maske reinen Sauerstoff ein. Erfolgreich ist diese Therapie aber in erster Linie nur bei einem akuten Tinnitus.
- Überdeckung des Tinnitus (Tinnitus Masker)
Betroffene mit einem chronischen Tinnitus können versuchen, den Tinnitus durch Alltagsgeräusche, die sie über einen speziellen Apparat aufnehmen, den Tinnitus zu überdecken. Trägt der Patient den Noiser mehrere Stunden, kann es sogar vorkommen, dass der Betroffene anschließend sein Ohrgeräusch eine gewisse Zeit lang nicht mehr wahrnimmt. Dies wird Folgehemmung genannt.
- Autogenes Training zum Stressabbau
Starker Stress spielt bei einem chronischen Tinnitus als (Mit-)Ursache eine Rolle. Dabei ist es ein Teufelskreis: Mit dem Entspannen klappt es auch deshalb nicht gut, weil Ruhe für viele Betroffene bedeutet, sich dem unangenehmen Geräusch im Kopf auszuliefern. Hier kann autogenes Training eine wertvolle Hilfe sein.
- Retraining Therapie
Mit einer Retraining-Therapie gelingt es oftmals ebenfalls, den Tinnitus zu mildern. Bei der Retraining Therapie geht es darum, die ausgedehnte und unangemessene Aktivität der das Ohrgeräusch verursachenden Nervenzellen zu vermindern. Dazu wird versucht, die Geräuschkulisse im Ohr oder im Kopf zurück zu trainieren ("Retraining") oder jedenfalls zu mindern. Das Retraining beginnt mit der Information darüber, dass Tinnitus keine Krankheit des Ohres (was ihnen oft genug der selbe Arzt zuvor beigebracht hat) ist, sondern eine Fehlverarbeitung von Hörimpulsen im Gehirn. Wir hören mit dem Gehirn und nicht mit den Ohren. Das Gehirn soll aufgrund dieser Therapie lernen, den subjektiven Tinnitus als weniger wichtig und als unbedrohlich wahrzunehmen. Retraining-Therapie beinhaltet also das Zurückstellen der Wichtigkeit des Tinnitus, was letztendlich zu einer verminderten Tinnituswahrnehmung und zu einer Verringerung der Beeinträchtigung führt. Hat der Tinnitus erst seine unheimliche Bedrohung verloren, beginnt er sich zu vermindern, ganz gleich wie laut und unangenehm er erscheinen mag. Die Zeiträume, in denen der Tinnitus nicht mehr gehört wird, werden länger.
Aber Achtung: Leider werden die Therapien nicht von unbedingt von der gesetzlichen Krankenversicherung gezahlt. Besser ist da eine private Krankenversicherung.
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