Was ist Hyperakusis und was hat das mit Tinnitus zu tun?
Experten gehen davon aus, dass die Hyperakusis in diesen Tagen ein immer bedeutenderes Krankheitsbild wird. Derzeit sollen alleine in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen davon betroffen sein und die Tendenz ist steigend. Die Hyperakusis ist zwar ein weitverbreitetes Krankheitsbild, dennoch ist den wenigsten bewusst, was darunter genau zu verstehen ist. Damit wollen wir Schluss machen und klären an dieser Stelle darüber auf.
Hyperakusis: gesteigerte Lärmempfindlichkeit
Die Hyperakusis bezeichnet eine gesteigerte Lärmempfindlichkeit der Patienten. Dabei erscheinen Lärmquellen oder auch nur leise Geräuschquellen für Betroffene sehr viel lauter, als sie es eigentlich sind.
Als Ursachen werden unter Experten verschiedene Faktoren für die Hyperakusis in Betracht gezogen, wobei noch nicht ganz klar ist, welche tatsächlich für die Erkrankung verantwortlich zeichnen. Man geht mittlerweile jedoch davon aus, dass die Hyperakusis sich auf eine Schädigung des Innenohrs zurückführen lässt. Diese kann durch die vermehrte Lärmeinwirkung auf den Menschen entstehen, die heutzutage nicht mehr auszuschließen ist. Im Berufsleben prägen laute Maschinen den Alltag, im Privatleben sind es Haushaltsgeräte oder das Schreien der Kinder, die sich negativ auf das Hörsystem Betroffener auswirken können.
Folgen der Hyperakusis
Die Hyperakusis als Geräuschunverträglichkeit führt langfristig bei Betroffenen dazu, dass diese sich immer mehr aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Sie leben in einer regelrechten Isolation und sehnen sich nach nichts anderem als der puren Ruhe. Durch diese Isolation wird aber die Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen oft noch weiter verstärkt, auch treten in diesem Zusammenhang häufig die unerwünschten Ohrgeräusche auf, die unter dem Begriff Tinnitus bekannt sind.
Zudem führt der Rückzug aus dem öffentlichen Leben und der Gesellschaft insgesamt nicht selten dazu, dass die Patienten unter Depressionen leiden, dass sie vereinsamen und kaum eine Chance mehr sehen, an einem normalen Leben innerhalb der Gesellschaft teilzuhaben. Dies wird durch die steigende Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen jedweder Art noch zusätzlich verstärkt.
Klassifikation nach ICD-10
H93.1 Tinnitus aurium
Der Begriff Tinnitus aurium, kurz Tinnitus leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet so viel wie „das Klingeln der Ohren“ und beschreibt das Symptom bereits in seinem Kern. Umgangssprachlich nennen wir es heute „Ohrengeräusche“ – mitunter auch als Ohrensauen, Ohrenpfeifen, Ohrengeräusche bezeichnet.
