Hörsturz als Ursache von Tinnitus
Eine der häufigsten Ursachen für den Tinnitus ist der Hörsturz. Dieser tritt häufiger auf, als vielfach angenommen wird. Grund dafür ist, dass ein Hörsturz sehr unterschiedlich verlaufen kann und deshalb von den betroffenen Personen nicht zwingend sofort wahrgenommen wird.
In der Regel kommt es zu einer sehr plötzlich auftretenden Schwerhörigkeit im Innenohr, wenn man von einem Hörsturz spricht. Meist ist dabei nur ein Ohr betroffen. Aufgrund der Plötzlichkeit des Auftretens der Schwerhörigkeit möchte man meinen, dass ein Hörsturz nicht unbemerkt bleiben kann. Doch weit gefehlt: Denn der Hörsturz geht nicht immer mit einer allgemeinen Schwerhörigkeit einher, sondern es kann auch sein, dass lediglich bestimmte Frequenzen für die Betroffenen nicht mehr oder nur schwer zu hören sind. Im Gegensatz dazu gibt es aber gleichfalls den vollständigen Hörsturz, der zu einer kompletten Taubheit auf einem Ohr führen kann. Dieser wird natürlich sehr schnell bemerkt und veranlasst die Betroffenen, sofort und unverzüglich einen HNO-Arzt aufzusuchen.
Ursachen für den Hörsturz
Die Ursachen für den Hörsturz sind bis dato noch nicht vollständig erforscht, sodass auch die Mediziner keine genaue Aussage darüber treffen können, wer als besondere Risikogruppe für diese Erkrankung gilt. Man geht allerdings davon aus, dass Durchblutungsstörungen als Ursache für den Hörsturz infrage kommen. Insbesondere wenn diese akut, also sehr plötzlich auftreten, sollen sie den Hörsturz begünstigen können.
Ebenfalls schätzen einige Experten bestimmte Viruserkrankungen wie zum Beispiel eine heftige Grippe als Ursache für einen Hörsturz ein. Ebenfalls können eine Schwächung des Immunsystems sowie Funktionsstörungen direkt im Innenohr für den Hörsturz verantwortlich sein. Letztere lassen sich recht häufig auf eine dauerhafte, anhaltende Lärmbelästigung zurückführen. Auch eine ständige Überlastung des Gehörs, Stressfaktoren oder ein Unfall können zu einem Hörsturz führen. Dabei muss dieser nicht sofort auftreten, sondern kann erst deutlich später ausgelöst werden, sodass die Zusammenhänge nicht immer erkennbar sind.
Warnzeichen erkennen
Vielfältige Warnzeichen für einen bevorstehenden Hörsturz sind bereits heute bekannt. Diese sollten Patienten ernst nehmen, um noch rechtzeitig handeln und dem Hörsturz vorbeugen zu können. Oftmals kündigt sich der Hörsturz mit einem verminderten Gehör an, sogar ein kurzzeitiges Ertauben eines Ohres kann ein Anzeichen für den Hörsturz sein.
Die ungeliebten Ohrgeräusche, die sich als Summen, Brummen, Klingeln und vieles mehr äußern und unter dem Begriff Tinnitus zusammengefasst werden, können ebenfalls ein Anzeichen für einen bevorstehenden Hörsturz sein. Darüber hinaus klagen Betroffene oft auch über einen Druck ganz tief im Ohr. Mit dem Hörsturz einher geht oftmals zusätzlich ein leichtes oder stärker ausgeprägtes Schwindelgefühl. Hinzu kommt das Phänomen, dass man plötzlich zwei oder mehr Töne gleichzeitig hört. Selbst die eigene Stimme kann als Indikator für einen Hörsturz gelten. Wird diese nur noch verzerrt wahrgenommen, kann das ein Hinweis auf einen Hörsturz sein.
Sehr selten treten beim Hörsturz Schmerzen auf. Ebenso ist es eher unwahrscheinlich, dass Flüssigkeit aus dem Ohr austritt. Sollten solche Anzeichen wahrgenommen werden, gilt es, Ruhe zu bewahren. Wer sich entspannt, tief ein- und ausatmet und den nächsten Arzt aufsucht, kann auch den Hörsturz ohne größere Probleme überstehen. Weiterhin können lästige Ohrgeräusche oftmals mit Musik und anderen Tönen übertüncht werden.
Klassifikation nach ICD-10
H93.1 Tinnitus aurium
Der Begriff Tinnitus aurium, kurz Tinnitus leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet so viel wie „das Klingeln der Ohren“ und beschreibt das Symptom bereits in seinem Kern. Umgangssprachlich nennen wir es heute „Ohrengeräusche“ – mitunter auch als Ohrensauen, Ohrenpfeifen, Ohrengeräusche bezeichnet.
