Tinnitus-Hochsensibilität
Hochsensibilität ist eine neurologische Eigenschaft, die erstmals genauer von Dr. phil. Elaine N. Aron beschrieben wurde. Sie war es, die den Begriff HSP (highly sensitiv person) prägte. Hochsensibilität ist keine Krankheit, es versteht sich viel mehr als Eigenschaft des neurologischen Nervensystems, wie Informationen verarbeitet werden. Hochsensible Personen nehmen im gleichen Moment viel mehr Informationen aus ihrer Umwelt und Informationen im Körper und Gehirn über die Nervenleitbahnen komplexer wahr. Dadurch fühlt sich das neurologische Nervensystem schneller überfordert (überreizt). Es sind Warnsignale des Körpers für eine Überreizung, wobei auch Stress eine Form der Überreizung ist. Der Körper gerät in Alarmbereitschaft und versucht, sich irgend möglich zu beschützen bzw. sein Bedürfnis anzumelden. Eine Überreizung kann sich neben vielen anderen Möglichkeiten auch als Ohrensausen, Ohrenschmerzen bis hin zum Tinnitus und Hörsturz ausdrücken.
Hochsensibilität betrifft weltweit 15 - 20 % der Menschen, was alleine in Deutschland ca. 12 - 16 Millionen Menschen sind.
Hochsensible Menschen sind häufig lärmempfindlich (Hyperakusis), was für Betroffene eine weitere Reizung des Körpersystems bzw. u. a. der Ohren darstellt. Sie sind lediglich empfindlicher auf Geräusche, Geräuschquellen und die Überreizung durch Lärmüberflutung. Als schmerzhaft empfundenes Hören wird als Hyperakusis dolorosa bezeichnet.
Klassifikation nach ICD-10
H93.1 Tinnitus aurium
Der Begriff Tinnitus aurium, kurz Tinnitus leitet sich aus dem lateinischen ab und bedeutet so viel wie „das Klingeln der Ohren“ und beschreibt das Symptom bereits in seinem Kern. Umgangssprachlich nennen wir es heute „Ohrengeräusche“ – mitunter auch als Ohrensauen, Ohrenpfeifen, Ohrengeräusche bezeichnet.
